JO Ostertourenwoche Maighelshütte (2002)

Gruppe Nebelspalter: Charly Kalbermatter (Bergführer), Marco Andenmatten (JO-Chef), Denise Bayard, Benedikt Millius, Valentin Biffiger, Christoph Barendregt, Alexander Locher Gruppe Himmelblau: Cornelius Biffiger (Leiter 2), Christian Grütter (Leiter 1), Gerd Jäger, Sebastian Werlen, Robert Filipponi, Sonja Imboden. Gruppe Sonnenschein: Friedhelm Altpeter (Leiter 2), Gabriela Jäger (Leiterin 1), Fabian Schnyder, Daniela Biaggi, Matthias Barendregt, Nicolas Indermitte, Jonas Eyer. Hüttenaufstieg 1. April 2002
Sonja Imbode
Mit dem 8h03 Zug fuhren wir los Richtung Andermatt. Zur Stärkung während der Fahrt gab es Charlys Lieblingsgericht "Madeleines". In Andermatt mussten wir aussteigen und den Zug wechseln. Auf dem Oberalppass angelangt, war für uns Endstation. Von der langen anstrengenden Reise waren wir so erschöpft, dass wir im Restaurant Oberalppass eine Pause machen mussten. Nach ein paar Metern Skifahren montierten wir die Felle. Wir liefen in drei Gruppen, Charly, Cornelius und Friedli zur Maighelshütte. Dort genossen wir vor der Hütte das schöne Wetter. Unsere zwei Sportskanonen Matthias und Gerd konnten natürlich nicht stillsitzen und gingen an einem Felsbrocken bouldern. Fabian Schnyder
Als wir alle in Brig versammelt waren, ging die Tour nach Maighels los, mit dem Zug bis Oberalppass. Bei schönem, windstillem Wetter stiegen wir aus und montierten die Felle, um zur Hütte aufzusteigen. Als wir eine Stunde gelaufen waren, machten wir eine Pause, wo wir auf der Landkarte unsere Tour studierten. Danach durften wir etwas trinken bevor es weiterging. Daniela Biaggi
Montagmorgen nach einer entspannenden Zugfahrt mit der FO, allgemein bekannt für ihre narkotisierende Wirkung, gönnen wir uns noch schnell eine kleine Erfrischung im Restaurant auf dem Oberalppass. Darauf folgt eine kleine Abfahrt, an deren Ende wir die Felle montieren. Die einen etwas schneller, die anderen ein bisschen langsamer. Wie immer teilt uns Marco in 3 Gruppen ein: Gruppa Sunnuschii, Gruppa Näbelspalter (siehe GPS) und Gruppa Himmelblau ... schöne Namen, oder? Jedenfalls brechen wir auf, begleitet von strahlendem Sonnenschein. Also strahlend ... wirklich sehr strahlend!!! Um genau zu sein, hat sie eigentlich mehr gebraten als gestrahlt. Kurz vor dem letzten Aufschwung zur Hütte orientieren wir uns noch kurz, aus übungstechnischen Gründen, an den Karten und steigen dann bis zur Hütte auf. Es folgt ein gemütlicher Nachmittag, ausgefüllt mit lernen, lesen, und geniessen. Nur zwei Individuen nahmen klammheimlich Kletterfinken mit und verbringen den Rest des Tages am Felsen: wie haben sie die Finken bloss noch in den Rucksack gestopft? Und jetzt: Hunger!!! Piz Ravetsch und Piz Borel 2. April 2002
Valentin Biffiger
Heute Morgen war um 7h Tagwacht. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet zogen wir uns an und fuhren zur Ebene hinunter. Die drei Gruppen zogen Richtung Piz Ravetsch und Piz Borel los. Ausgerechnet Gruppe GPS "verlief" sich. Sie holte die verlorene Zeit aber noch auf. Nacheinander wurden die beiden Gipfel vom Skidepot aus bestiegen. Nach einer kurzen Abfahrt assen wir das z'Mittag. Danach tätigten wir den Rest der Abfahrt, die im grossen und ganzen recht schön war. Später machten wir in der Ebene noch ein wenig Armtraining und den Hüttenaufstieg begingen wir verschieden schnell. Jetzt haben wir wieder einen Nachmittag frei und geniessen die Bergsonne. Am Abend werden wir noch eine Landkartenprüfung vorbereiten. Proscht, endli fertig. Sebastian Werlen
Um 7h weckte uns Marco brutal. Anschliessend begaben wir uns in den Essraum. Es gab 4 verschiedene Müsli und Brot mit Konfitüre. Zum trinken Orangensaft und Ovo. Mit dem Rucksack (den die meisten am Vorabend gepackt haben) und den Skiern fuhren wir die kleine Erhebung, auf der die Hütte steht, hinunter. Nach etwa hundert Höhenmetern mussten wir dann die Felle montieren. In den gleichen Gruppen wie gestern nahmen wir den Aufstieg in Angriff. Um 11h15 erreichen wir das Ski-Depot. Die letzten 25m bis zum Gipfel des Piz Borel seilten wir uns an. Als wir wieder bei den Ski waren, gingen wir auf den Ravetsch, der vom Piz Borel etwa 200m entfernt ist. Unterhalb der Gipfel fanden wir am Rand des Gletschers einen windstillen Ort. Dort assen wir um 12h das Mittagessen. Der Schnee war an vielen Stellen verfahren. Gegen 13h erreichten wir erschöpft, aber zufrieden die Hütte und konnten den Rest des Tages machen, was wir wollten. (c) Sebastian Werlen. Piz vor dum Badus, Piz Cavaradi und Piz Naïr 3. April 2002
Jonas Eyer
Als wir um 7h aufstanden war es schon hell. Wir assen und machten uns bereit. Eine Stunde nach dem wir aufgestanden waren, gingen wir los. Unser Ziel: Piz Badus. Fast 3 Stunden nach dem wir aufgestanden waren, waren wir auf dem Gipfel. Gerd führte uns nach oben, doch er führte uns auf den falschen Gipfel, dem Piz vor dum Badus. Passte das Charly? Die JO-Visp fuhr wieder ins Tal hinunter. Dann hiess es "schnallt die Felle auf, wir gehen auf den Piz Cavaradi". Der ist oberhalb der Camona da Maighels. Eine Stunde lang ging es Berg aufwärts. Wir assen noch auf dem windigen Gipfel bevor wir zur Hütte abfuhren. Gerd, Matthias, Daniela, Nicolas, Robert, Fabian und ich bestellten Rösti und genossen dies. Um 13h15 gingen wir wieder los. Wir liefen zu einer Wächte um dort den Flaschenzug zu üben. Gegenüber konnten wir uns mit dem Pickel eine überhängende 2m hohe Schneewand hinaufkämpfen. Als jeder den Flaschenzug demonstriert hatte und Friedli seine Fotos geschossen hatte marschierten wir zurück. Nico und ich machten ein rennen, doch ich habe leider nicht gewonnen: Nico, der Tourist, hatte jedoch nicht einmal einen Rucksack mit ... ENDE. Christoph Barendregt
Nach einem normalen Ablauf (packen, essen, runterfahren und Fellmontage) starteten wir in Richtung Badus. Aussergewöhnlich war das Wetter: ein starker Wind und ein bedeckter Himmel versuchten uns einzuschüchtern. Nach einem windigen Aufstieg erreichten wir einen unbekannten Nachbarn des Badus; den richtigen haben wir wegen schlechter Sicht nicht gefunden. Auf dem Gipfel wurde entschieden das wir hinunterfahren. Unten trennten sich die Wege. Die Gruppen Sonnenschein und Himmelblau entschieden sich für den stündigen Aufstieg zum Piz Cavaradi. Unsere Gruppe Nebelspalter nahm den Aufstieg zum Schwarzberg (Piz Naïr) in Angriff. Beim Grad angelangt, erstellten wir ein Ski-Depot. Der Grad war eine kleine, aber wunderschöne Kletterei mit den Skischuhen. Nach dem Gratulieren stiegen wir gleich wieder ab. Die Abfahrt mit den Skis war so so la la. Unten angekommen stand uns noch der kleine Aufstieg zur Hütte bevor. Am Nachmittag mussten wir noch eine Kartenprüfung ausfüllen. Rossbodenstock und Piz Tuma 4. April 2002
Nicolas Intermitte
Marcos Stimme klang heute etwas sanfter, wobei er Friedli deutlich übertrumpfte. Der morgendliche Stress folgte auf das reichhaltige Frühstück. Nach einer kurzen Abfahrt, was einigen jedoch schon reichte, sich mit dem wenig Neuschnee bekannt zu machen, montierten wir Felle und Harscheisen. In drei Gruppen machten wir uns auf den Weg, wobei die Gruppe Sonnenschein etwas zurückfiel und schliesslich den Blickkontakt zu den anderen verlor. Folglich war die Reihenfolge unserer Ziele leicht durcheinander geraten. Friedli mit Gruppe Sonnenschein war auf dem Rossbodenstock und Charly und Cornelius mit ihren Equipen auf dem Tuma. Mehr oder weniger fliegender Wechsel erfolgte nach einer für alle schönen Pulverabfahrt. Als schliesslich Friedli und Co. auf dem Tuma ankamen, waren Charly und Cornelius schon auf dem Rückweg vom Rossbodenstock. Gruppe Sonnenschein trat dann auch den Heimweg an und erwischte sogar noch ein herrliches Couloir. Schweissgebadet kamen wir auf der Hütte an. Nach gründlichem Waschen wurde draussen gsünnelet und getrunken und drinnen gespielt. Um 5h planten wir die morgige Tour und assen anschliessend das Abendessen. Nach geselligem Zusammensein begaben wir uns zu Bett. 
Benedikt Millius
Nach dem Frühstück packten wir unsere Rucksäcke, schnallten die Skier an und fuhren einige hundert Meter abwärts. Dort montierten wir die Felle und Harscheisen und liefen los. Die Gruppe von Charly und Cornelius bestiegen zuerst den Piz Tuma; die Gruppe von Friedli lief zuerst auf den Rossbodenstock. Auf dem Tuma angelangt, stärkten wir uns zuerst, bevor wir uns zur Abfahrt bereit machten. Die Abfahrt war teilweise ein bisschen hart, aber dennoch gut. Ein zweites Mal klebten wir die Felle auf. Diesmal ging es in Richtung Rossbodenstock. Bei etwa der Hälfte begegneten wir der Gruppe von Friedli. Sie waren gerade bei der Abfahrt. Wir hatten von dort nicht mehr weit auf den Gipfel. Oben angekommen assen wir gemütlich und machten Fotos. Die Aussicht war genial. Marco zeigte uns wie man mit dem Kompass den Standort herausfindet. Die Abfahrt war sensationell. Vater und Sohn Biffiger überprüften den Schnee ein bisschen genauer. Wir hatten schöne Hänge mit Pulver. Für den Hüttenweg mussten wir ein drittes Mal die Felle befestigen. Denise und Charly hatten noch nicht genug: sie liefen noch auf den Piz Cavradi. Piz Centrale 5. April 2002
Alexander Locher
Heute wurden wir um 7h von Marco höchst persönlich geweckt. Manche Gesichter erschienen mir eher traurig (sie hatten wohl nicht Lust auf den Piz Centrale zu gehen "hä hä") Als wir das Frühstück verzehrt hatten und abfahrbereit waren, fuhren wir mit mehr oder weniger lachenden Gesichtern los. Wie schon fast üblich zogen wir unsere Felle auf. Wir liefen in Richtung Maighelspass los. Als wir auf dem Pass angekommen waren, hatten wir eine berauschende, atemberaubende, gefühlsergreifende, sentimentale Abfahrt. Dann folgte ein gemütlicher, grosser, steiler, gewürzter und schweisstreibender Aufstieg. Als wir dann um 12h30 auf dem Gipfel ankamen, gratulierten wir einander; manche küssten sich sogar. Dann fuhren wir eine geniale Abfahrt hinunter. Manche stürzten sogar; ich sage jetzt keine Namen, denn ich will Marco, Christoph, Valentin, Sonja, Jonas, Gabi, Nicola und Fabian schützen. Auf Vermigell futterten wir. Dann folgte ein stündiger Aufstieg auf den Maighelspass. Von dort fuhren, beziehungsweise stiessen, wir bis zum morgigen Fellplatz. Von dort aus stiegen wir auf die Maighelshütte auf. Dort folgte dann ein gemütlicher Abend. Dieser Bericht, wenn man ihn so nennen kann, wurde von Alexander Locher gekrizzelt. Robert Filipponi
Als wir das Frühstück gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg. Wir fuhren mit den Ski den Hüttenhang hinunter und montierten die Felle. Anschliessend liefen wir in 3 Gruppen auf den Maighelspass. Von diesem Pass aus hatten wir eine kleine aber schöne Abfahrt auf die Vermigelhütte. Dort marschierten unsere Gruppen mit einem feinen Rhythmus auf den Piz Centrale. Auf diesem markanten Gipfel hatten wir einen wunderprächtigen Ausblick. Als wir den Abstieg vom Berg hinter uns hatten, erwartete uns eine der sensationellsten Abfahrten in dieser Tourenwoche überhaupt. Nach dem wir diese schönen Hänge entjungfert hatten, genossen alle das gemütliche Zusammensein auf der Vermigellhütte. Dann hatten wir den letzten grossen Aufstieg vor uns, den wir alle bestimmt mit Leichtigkeit erzwungen haben. Der mühsamste Teil stand uns noch zuvor, denn wir mussten fast das ganze Val Maighels Tal hinauslaufen. Ein paar aus unseren Gruppen stressten und wollten als erste auf der Hütte sein. Wie jeden Abend gab es ein wunderbares Essen und alle amüsierten sich. Pazolastock 6. April 2002
Gerd Jäger
Das es der letzte Tag war, merkte man schon am Weckdienst: eine halbe Stunde früher und die Stimme von Friedli war etwas lauter als auch schon. Nach der allgemeinen Unruhe, Materialsuche und Aufbruch zum Abbruch (Abstieg in den unteren Stock) gabs das Frühstück. Das die Leiter eine Vorrangstellung haben, merkte man wieder einmal: Extra-Menü für Marco und Charly - warmi Spätzlipfannu, und das am Morgen! Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, durfte Läx und Gerd nochmals den Zimmerdienst spielen; Merci. Obschon alle in Vollmontur mit Rucksack losfuhren, gab es keinerlei Komplikationen. Randbemerkung: 1 Mensch lügt 200mal pro Tag; dann kann ich ja noch 199mal! Fellmontur und ab gings. Gruppe Nebelspalter voraus, heute eher Nebelbringer; dann Gruppe Sonnenschein (inoffiziell Gruppe Längwiilig) und am Schluss Gruppe Gipfelexpress (inoffiziell), welche natürlich als Erste auf dem Gipfel das herrliche Wetter geniessen konnte. Wie es eben so ist, manche schneller und andere langsamer, aber nicht verwunderlich mit solchen Rucksäcken. Die Abfahrt möchte ich lieber nicht betonen, denn allzu viel Schnee hatte es stellenweise nicht (selber schuld wenn man dem schon fast Einheimischen nicht hören will und die schönen Hänge links liegen lässt). Nachdem wir schon zu schnell oben und unten waren, gab es die obligatorische Trinkpause. Nun sitzt man im Zug, denn der Kluge fährt im Zuge, und macht dumme Sprüche, und ärgert sich über die super Klingeltöne/Musik unserer welschen Nachbarn. Christian Grütter
Kann das wahr sein, dass schon wieder eine Woche um ist? Leider ja!!! Unsere letzte Tour sollte uns nach dem Morgenessen auf den Pazolastock (Piz Nurschalas) führen. Um 6h30 war Tagwache. Nach einer kurzen Abfahrt im "white out" montierten wir die Felle und Harscheisen. Ab etwa 2500 m.ü.M. liefen wir erstmals in der bratenden Morgensonne. Oben angekommen, mussten Gerd und ich wehmütig in die Martschallücke (zwischen Pazolastock und Rossbodenstock) schauen: unser Antrag über die Tumaalp in die Martschallücke zu laufen und anschliessend den tollen Pulverschneehang abzufahren war abgelehnt worden. Man fährt besser über die Geröllhalde auf den Oberalppass! Aus diesem Grund haben Gerd und ich vorgenommen diesen Tourenbericht zu schreiben und scharfe Kritik zu üben. Wenn man auf diese Woche zurück schaut, kann man sagen, dass es eine tolle Woche war. Angefangen mit einfachen Touren fand eine Steigerung statt (abgeforderte Leistung, Schneeart, uws.). Überraschend gut haben auch unsere jüngeren Mitglieder diese Woche überstanden und sogar die Königsetappe auf den Piz Centrale gut gemeistert! Auch können wir Petrus und Gott für diese Woche danken, da das Wetter mehr oder weniger mitspielte und wir von Unfällen verschont blieben. Uns bleibt nur noch die Fahrt nach Brig mit der Furka-Oberalp-Bahn.
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