Gemeinde Visp

SAC Ortsgruppe Visp
Sektion Monte Rosa

Schweizer Alpen-Club SAC

Print

Druckerversion

Martin. 11. April 2005
Dok. Id. 38

Ostertourenwoche Silvrettagebiet

Zusammenfassung: Unsere diesjährige Ostertourenwoche war geprägt von stundenlangem Zug-, Postauto- und Bählifarten - der Weg führte vom Silvrettastausee über phantastische Gipfel wie der Piz Buin, der hinteren Jamspitze, dem Piz Plaisch Lunga, bis hin zu der Dreiländerspitze. Das Wetter war durchzogen von Nebel und Schneefall; dies hat jedoch manches Herz bei der Abfahrt höher schlagen lassen! Während den letzten zwei Tagen war das Wetter wieder auf unserer Seite -> wenn (B)Engel reisen..... spätestens in diesem Moment schlugen aller Herzen höher bei der Ansicht dieses Panoramas. Die Tage vergingen wie im Fluge mit schönen, lustigen, lehrreichen, abwechslungsreichen und manchmal auch anstrengenden Momenten. Als wir am letzten Tag auf unseren Bus warteten, waren die meisten von uns der gleichen Meinung: ach, weri das schön, wänn wär nuch äs paar Täg chännti hiä bliibu.....

 

JO Ostertourenwoche vom 28.03 bis 02.04.2005 im Silvrettagebiet




Die Teilnehmer: Kalbermatter Charly (Bergführer), Andenmatten Marco, Andenmatten Reto, Biffiger Cornelius, Jossen Raphael, Bregy Alexa, Seematter Martin, Biner Michael, Jäger Daniela, Kimmig Brigitte, Salzmann Thomas, Grütter Christian, Barendregt Matthias, Barendregt Christoph, Berchtold Michèle, Tscherrig Dominic, Millius Benedikt, Schnyder Fabian, Berchtold Adrian, Werlen Sebastian.



Montag, 28. März 2005

von Biner Michael

Wir trafen uns um 06.48 Uhr auf dem Bahnhof Brig. Wir fuhren mit dem Zug über Zürich nach Bludenz. Wir stiegen in einen anderen Zug um und fuhren bis nach Schruns. Von dort aus gings weiter mit dem Postauto bis nach Partenen, weiter mit der Seilbahn nach Trompinier. Dort fuhren wir mit einem Kleinbus durch einen speziellen Tunnel. Grütti sass neben dem Fahrer und hat fast in die Hose gemacht.
Vom Silvrettasee liefen wir auf die Wiesbadenerhütte. Wir assen gemütlich das Znacht, und zum Abschluss des Tages gabs noch eine Tourenplanung für den nächsten Tag.





Dienstag, 29. März 2005: Piz Buin

von Barendregt Christoph

Erst um 7 Uhr wurden wir von Martin geweckt. Nach einem gemütlichen Frühstück standen wir schon bald munter vor der Hütte; bereit, den ersten Gipfel dieser Woche zu erklimmen: den Piz Buin. Unser Ziel war vom Nebel verhüllt, und der leichte Schneefall gab kein Anzeichen auf Sonnenschein.
Wir starteten in vier verschiedenen Gruppen. Unser Aufstieg über den Ochstaler Gletscher wurde von "Skitour-Touristen" aufgeheitert.
Nach gut 3 Stunden erreichten wir die Buinlücke, dort errichteten wir ein Skidepot. Mit Steigeisen und die meisten ohne Rucksack stiegen wir in den Grad ein. Nach einigen Schneestufen begann es bereits mit einer interessanten Steigeisenkletterei. Auf dem kleinen Gipfel mit einem Kreuz hatte es keinen Platz für alle, deshalb umkreiste jeder das Kreuz und konnte sogleich den Aufsteigenden gratulieren (Kreisverkehr auf dem Piz Buin).
Aus Wetter- und Platzgründen stiegen wir nach der Kreuzumrundung sofort ab. Beim Skidepot angelangt begann es mit der Abfahrt, doch das erste Stück des Couloirs rutschen wir, weil's es zu steil war, mit Hilfe eines Fixseils hinunter. Nach diesem ungemütlichen Rutschen öffnete sich Couloir, und wir genossen eine wunderbare pulverreiche Abfahrt, welche in der Hütte Chamanna Tuoi endete. Dort wurden wir mit einem wunderbaren Nachtessen verwöhnt.



Mittwoch, 30. März 2005: Tuoihütte - Jamtalhütte

von Brigitte und Daniela

Wie Schäfchen trotteten die JO-lerInnen zum Frühstückstisch. Nach einem gesättigten z'Morgu lockte der frisch fallende Schnee uns aus der Hütte. Auf dem Weg zum ersten Ziel, dem Jamjoch, erfreute sich Charly sehr über die erwünschten Pausen. Als die Wolkendecke sich aufzureissen schien, wuchs in uns die Hoffnung, dass die Sonnenstrahlen die Tourer wärmten. Doch dies ging nicht lange, denn der Nebel war stärker. Nach den letzten anstrengenden Metern zum Jamjoch stiegen wir weiter auf die hintere Jamspitze. Dort genossen wir den Inhalt des "Spiessack's". Mit einer schönen Pulverabfahrt erreichten wir nun die Jamtalhütte.
Am Nachmittag übten wir Bouldern, Flaschenzüge und orientieren mit GPS. Der Abend schloss man mit einem kleinen z'Nacht und einem Jass.



Donnerstag, 31.03.2005: Wer lesen kann, kann das beherrschen; Kommentar Küche

von Michèle

Ein mildes Licht erleuchtete das Zimmer. Unklare Gedanken versucht man zu ordnen zwischen Traum und Erwachen. Die ersten Füsse berührten den Boden - geräuschlos. Augen öffnen sich, mach freut sich auf den kommenden Tag. Hungrig bedient man sich am Morgenbuffet, das unser Verlangen stillt (mehr als Abendessen!). Das Personal ist wie am Abend, hektisch, unhöflich und ungemütlich. Doch beim ersten Atemzug in der stillen Natur vergisst man die Hektik des Alltags - wie es auch hier zu spüren ist.
Langsam wärmten sich unsere Körper in der jungen Morgenluft. Hoch oben bedeckte Nebel die gigantischen Berge. Je mehr Zeit verging, umso mehr zog uns dieses weisse Nichts in seien Bann. Schweisstropfen schmiegten sich an unsere Körper, Biscuits und ungezuckerter Tee wurden genossen beziehungsweise notgedrungen getrunken. Unsere Tour brachte uns weiter in spektakuläre Manöver. Genaue Blicke kontrollierten das GPS, welches uns schlussendlich auf den Piz Blaisch Lunga führte. Vor uns erstreckte sich eine geile Abfahrt (berichtete mir Matthias). Der Schnee verführte uns in seine traumhafte Welt. Das Gefühl von Freiheit überwältigte die Sicht.
Müde in der Hütte angekommen, begaben wir uns wieder in die hektische Welt, die uns oft die Augen verschliesst. Gute Nacht!





Freitag, 01.04.2005

von Adrian

Als wir am Morgen um 7.45 Uhr vor der Jamtalhütte bereit standen, um den 4 Stunden langen Marsch auf die Dreiländerspitze in Angriff zu nehmen, staunten wir nicht schlecht, als es wunderschönes, strahlend blaues Wetter war.
Zum ersten Mal seit dem Montag konnten wir unsere Tour ohne Kompass und GPS durchführen. Der 3400 Meter lange Fussmarsch, der sich grösstenteils über den Gletscher erstreckte, war für uns in diesem schönen Wetter ein grosser Genuss.
Die letzten 50 Meter vor dem Gipfel mussten wir mit den Steigeisen machen. Leider schafften wir es nicht ganz bis auf den Gipfel, weil wir in einem Chaos von Seilschaften und Seilen uns nicht mehr genug sicher auf den Gipfel bewegt hätten. Dadurch nahmen wir rund 10 Meter vor dem Gipfelkreuz den Abstieg in Angriff. Darauf folgte eine lange, schöne, in super Schneeverhältnissen Abfahrt statt. Kurz gesagt, es war einfach geil.



Samstag, 02.04.2005

von Fabi und Sebi

Wir sind am Morgen um 6 Uhr in der Frühe aufgestanden. Draussen war es noch finster. Nach einem stärkenden Frühstück mit Fleisch und Käse machten wir uns bereit. Doch die Motivation in der Gruppe war nicht mehr so gut wie am Anfang der Woche! Trotzdem machten wir uns dann auf den Weg. Anfänglich fuhren wir mit den Skiern ein Stück herunter, wobei es manchmal auch ein bisschen flach war oder gar hinauf ging. Und dann, als es wirklich nur noch mehr hinauf gehen konnte und keine Abfahrt mehr zu erwarten war, montierten wir die Felle.
Kurz nachdem wir begonnen hatten zu laufen, stiegen wir in Höhen auf, in der die Sonne schon schien. Es wärmte sofort. Wir liefen anfangs eine Strasse entlang, durchquerten eine Ebene und bezwangen schlussendlich noch einen Hang, wobei die Aufstiegsspurt mindestens dreispurig war. Doch um 9.30 Uhr mussten wir umkehren. Wir hatten schliesslich noch eine lange Heimreise. Der Schnee war bei der Abfahrt zuerst bruchharschig, dann gefroren und am Schluss noch ein bisschen sulzig. Als wir unten angekommen waren, bereiteten wir uns moralisch auf die Busfahrt durch den Tunnel vor. Die Busfahrt wurde so spannend und abenteuerlich wie bei der Anreise. Anschliessend folgte die 7stündige Bahnfahrt.
Jetzt durchqueren wir gerade den Lötschberg. Ich freue mich schon auf eine erfrischende Dusche!