Gemeinde Visp

SAC Ortsgruppe Visp
Sektion Monte Rosa

Schweizer Alpen-Club SAC

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Janina, Sibylle, Christian und Friedhelm. 4. April 2004
Dok. Id. 23

Arolla-Dix-Chanrion

Zusammenfassung: Vier spannende und eindrückliche Tourentage der Ortsgruppe oberhalb von Arolla: Ein bischen Ausbildung, imposante Aufstiege und traumhafte Skiabfahrten. Tour von Arolla über den Pas de chèvres zur Cabane des Dix und anschliessende Einstimmung und Trainingsauftrakt zur Besteigung der eisigen Höhen und Tiefen. Von der Cabane des Dix hinauf auf den Mont Blanc de Cheillon und hinunter zur Cabane de Chanrion. Durch dichten Nebel über den Otemmagletscher und zu Les Portons mit traumhafter Abfahrt. Loch an Loch und hält doch auf dem Col de la Serpentine.

 

1. April

Tour von Arolla über den Pas de chèvres zur Cabane des Dix

Janina: Einstimmung und Trainingsauftrakt zur Besteigung der eisigen Höhen und Tiefen

Nach einem ersten Treffpunkt in Visp, wie immer hinter der Post, sammelten wir auf dem Weg zu unserer ersten Stärkungspause noch vereinzelte Skihasen ein. Gestärkt mit Kaffee und heisser Schokolade wählten wir erst einmal die einfache Variante und nahmen für die erste Etappe den Skilift. Dann ging's endlich los! Voller Tatendrang erklommen wir bei wunderschönem Wetter den Pas de chèvres. Dann kam die erste Herausforderung: Mit Skiern auf dem Rücken zwei senkrechte Leitern hinunter. Glücklich unten angekommen gab es eine Vesper-Pause bevor wir den letzten Anstieg zur Hütte erklommen. Allerdings war der Tag da noch nicht gelaufen! Zweite Herausforderung des Tages: Friedli versuchte uns mit Barryvox-Suche und Flaschenzug-Rettung Lawinen- und Gletschertauchlich zu machen. Ah, nicht zu vergessen: Eine Probeabfahrt am Seil. Ein guter Einstieg für die nächsten Tage. So viel versprechend wie die Tour begonnen hat sind wir mal gespannt was uns die nächsten Tage so bringen werden.

2. April

Hüttenwechsel zur Chanrion

Sibylle: Von der Cabane des Dix hinauf auf den Mont Blanc de Cheillon und hinunter zur Cabane de Chanrion

Nach einer sehr erholsamen Nacht in der Cabane des Dix (durchgeschlafen) ging's um halb sieben runter zum Frühstückstisch. Während die einen schon den Tag planten, hüllten sich die anderen kaffeeschlürfend in Schweigen (Michael lässt grüssen). Um viertel nach sieben ging's dann los. Über die Moräne stiegen wir zum Gletscher hoch. Ein eisiger Wind pfiff uns entgegen. Zum Glück meisterten sämtliche Teilnehmer die eisigen Passagen problemlos. Nach dem Col de Cheillon überstiegen wir das Firnfeld vom Glacier du Giétro. Weiter ging's hoch Richtung Mont Blanc de Cheillon. Der Aufstieg war sehr imposant: Meterhohe Gletscherwände säumten unseren Weg. Nach vier Stunden erreichten wir den Gipfel. Das Wetter hat sich gut gehalten und wir hatten einen herrlichen Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Der eisige Wind lies leider keinen Rast zu und so wurden die Felle abmontiert. Über sehr schöne Hänge mit guter Schneequalität ging's hinab zum Col du Mont Rouge. Leider reichte der Schwung nicht ganz und so mussten Wohl oder Übel die Felle nochmals montiert werden. Hinter dem Pass gab's ein paar sehr mühsame Passagen doch danach wurden unsere Mühen entlohnt: Über wunderschöne Hänge ging's runter zum Glacier du Brenay. Endlich gab's den verdienten Sandwich und den inzwischen kalt gewordenen Tee (nächste Anschaffung ist eine neue Thermosflasche). Anschliessend fuhren wir zur Cabane de Chanrion: Leider hatten wir aber zu wenig Schwung um über die Moräne des Glacier du Brenay zu gelangen, so dass zumindest die meisten, nochmals die Felle montieren mussten. Die letzte Schussabfahrt und den kleinen Gegenanstieg schafften wir jedoch problemlos. Das Panache in der Cabane de Chanrion schmeckt jetzt besser denn je!

3. April

Otemmagletscher und Les Portons

Christian: Durch dichten Nebel

Um 7h15 fuhren wir durch den dichten Nebel von der Cabane de Chanrion aus 200 Höhenmeter hinunter in Richtung Süden. Hier ziehen wir unsere Felle an und laufen anschliessend durch eine imposante Schlucht am Fusse des Glacier d'Otemma. Für die kommenden 5 Kilometer benötigen wir fast 4 Stunden mit dem Handicap "dichter Nebel". Nach diesem flachen Teilstück erlauben wir uns eine kleine Pause. Schliesslich fahren wir mit unserer Tour fort und verlassen den Glacier d'Otemma Richtung Norden. Die 600 Höhenmeter zum Übergang Les Portons setzen uns mehr zu als es uns recht war. Unterhalb des Passes war es eine Zeit lang so heiss, wie man es normalerweise Ende August auf dieser Höhe erlebt. Nach einer ausgiebigen Pause erlebten wir eine der schönsten Abfahrten in diesen Tagen. Anschliessend versuchten wir so zur Cabane de Chanrion überzuqueren, ohne dass wir unsere Felle nochmals verwenden müssen. Dies gelingt nur teilweise: Wir schaffen es ohne Felle, mussten jedoch den Teil unterhalb der Pointe d'Otemma mit gelöster Bindung hinübertrampeln.

4. April

Col de la Serpentine

Friedhelm: Loch an Loch und hält doch

Um nicht aus dem Rythmus zu kommen, standen wir zur selben Zeit auf wie an den vergangenen Tagen. Nach Frühstück, allgemeiner Verpackungskünste und der Verabschiedungszeremonie von der Hütte, starteten wir zum Glacier de Brenay. Der Neuschnee vom Vortag war schon vollständig umgewandelt, die Felle griffen aber hervorragend. Beim Gletscherzusammenfluss bogen wir nach Links in Richtung Col de La Serpentine ab. Vor uns türmten sich die Gletscherabbrüche und die Beschneiung des Eises war so dürftig, dass wir uns bald einmal für's Anseilen entschlossen: Besondere Bedinungen verlangen bekanntlicher Weise nach besonderen Massnahmen. In der Spaltenzone angelangt, stellten wir erfreut fest, dass es doch sogar noch einen Durchgang für die Tourenski gab, und dass wir unsere Steigeisen im Rucksack belassen konnten. Den Rest bis zum Pass meisterten wir sehr zügig und wurden oben mit einer prächtigen Aussicht belohnt. Die Abfahrt zur Dix hinunter war skimässig ein Traum, psychologisch aber eher ein Spalten-Alptraum. Nichtsdestotrotz, obschon Loch an Loch war, hielten die Brücken doch! Nach einer kleinen Querung, einem ganz speziellen Steinschliff von Martins neuen Skiern, einer ausgiebigen Pause und einem mikrigen Gegenanstieg erreichten wir den Pass, der uns ohne Leitern nach Arolla bringen sollte. Ohne Leitern schon, aber nicht ganz ohne Spezialeinlage. Die letzten Hänge zum Dorf hinunter boten traumhafte Skibedingungen. Unten angelangt liessen wir den erlebten Kurzurlaub in der Gartenbeiz mit einem Eisbecher ausklingen.