JO-Ostertourenwoche 2003 Bivio-Jenatschhütte
Teilnehmer: Charly Kalbermatter (Bergführer), Marco Andenmatten (JO-Chef), Cornelius Biffiger (Leiter), Christian Grütter (Leiter), Matthias Barendregt, Christoph Barendregt, Sebastian Werlen, Michael Werlen, Daniel Anthenien, Valentin Biffiger, Daniela Jäger, Alexander Locher, Benedikt Millius, Fabian Schnyder, Michèle Berchtold |
Lang(-weilige) Reise
21.4.2003 Daniel Anthenien
Wir trafen uns am Morgen in Brig. Als alle da waren, fuhren wir mit der Furka-Oberalpbahn (FO) in Richtung Disentis. In Reichenau stiegen wir auf das Postauto um, das uns dem Schnee näher brachte. Nach dieser sehr langen und langweiligen Reise ins Bündnerland gings noch mit einem Schlepplift von Bivio aus in die Höhe. Dort oben machten wir noch eine Weile Barryvox-Übungen. Danach fuhren wir bei etwas bedecktem Himmel die Sulzschneehänge nach Bivio hinunter. Dort stiegen wir wieder in das Postauto ein, das uns in das Ferienhaus Scalotta brachte. Beim Abendessen gab es zwar kein Dessert, aber dafür hatte es einen Spielraum mit einem Pingpong-Tisch. Panorama der Graubündner Berge
22.4.2003 Daniela Jäger
Endlich wurden wir am Morgen nach einer kalten Nacht geweckt. Als alle aufgestanden waren - ausser Michèle, die ihre Bettwärme noch geniessen wollte - gab es ein flottes Frühstück. Nach den ersten morgendlichen Witzen ging unsere heutige Tour los auf den Berg Roccabella. Klingt schön - nicht wahr? Ja, so war diese Tour auch. Oben angelangt, hatte man ein wunderbares Panorama der Graubündner Berge ("grübel, grübel"?!). Nach einem nahrhaften Mittagessen studierten wir noch die Orientierung mit Kompass und Karte - obwohl doch schönes Wetter herrschte! Aber zum allgemeinen Wissen kann man noch vieles hinzufügen (:)). Dann ging es los zu einer "pfludrigen" Abfahrt. Manche sollten wieder ein mal die Skier wachsen! Es würde besser "Fahren"!!! Mit manchen meine ich mich selbst (bis jetzt noch). Wenig später waren wir schon wieder bei unserer Unterkunft. Dort übten wir noch ein paar wichtige Knoten. Ja, ja - und dann wurde mir die Aufgabe zum Schreiben dieses Berichtes erteilt. Den Abend werden wir wahrscheinlich wieder mit "töggälinu" verbringen und dann werden wir schlafen gehen. "So und jetzt gehe ich z'Nacht essen!!!" (Hunger) Karisieren = "Afa verhandlu"
23.4.2003 Alexander Locher, Michèle Berchtold, Christoph Barendregt
Marco weckte uns diplomatisch. Seine Stimme deutete auf eine schlaflose Nacht hin - aus lauter Missgunst, da er den "Töggelimatch" gegen Christoph haarscharf verloren hatte. Ohne spezielle Betonung auf Michèle (die Schreiberin dankt) standen gewisse Personen zu spät auf. Wir genossen das "frühe" Frühstück (für Michèle) und dann gingen wir mit dem gelben Brrrumm-tataa-Bbbrrruummm in Richtung Julierpass. Beim Tüüütaaatooo (Schreibhilfe von Grütti: "Merci") stiegen wir aus. Mission impossibel konnte beginnen. Die Agenten montierten ihre Sonnenbrillen. Missionsziel: Piz Surgonda. Schon nach kurzem Laufen kam der Gedanke durch biotische und abiotische Faktoren zum passiven, prickelnden, wunderbaren und verführenden Bier auf. Und dann "Gring achi u seckle"! Wie Agenten ohne Hilfsmittel sind (Schnaps im "Stäcku"), legten wir noch einige Päuschen ein. Nach dem Fellbruch von Agentin 699 durfte man noch 1189 Schritte zurücklegen. Marco will, dass hier der Bericht endet, aber zwei Wörter fehlen noch: Abfahrt, Bier! (Wiär abär nid) Man könnte natürlich auch koksen, aber für was koksen, wenn man so schön sulzigen Pulver unter den Skiern hat?! Fertig. Nei! ?! Fertig. Nei! ?! Fertig. Nei!
Alle guten Dinge sind drei
24.4.2003 Fabian Schnyder
Marco kam uns um 6.45 Uhr wecken. Wir zogen uns an, füllten die Flaschen mit Marschtee und gingen an das Frühstücksbuffet. Um 7.45 Uhr montierten wir die Felle und liefen den ganzen Gletscher hoch bis auf den Piz Calderas, der mit 3397 m.ü.M. der Höchste von dieser Gegend ist. Nach einer atemberaubenden Abfahrt liefen wir wieder eine 3/4h hinauf zur Tschima da Flix mit einer Höhe von 3318 m.ü.M. Da wir aber noch zu wenig müde waren, um wieder hinunter zu fahren, beschlossen wir die 1/2h Gratwanderung zum Piz Picuogl zu bewältigen. Dieser Grat war sehr steil. Wir gratulierten einander auf dem Gipfel bereits zum dritten Mal am selben Tag und genossen die wunderbare Aussicht. Wenig später kehrten wir zurück zum Skidepot, von wo aus es noch eine geniale Abfahrt zur Jenatschhütte gab. "Ou, da geits appa obschi ..."
25.4.2003 Valentin Biffiger
Aufstehen um 5.50 Uhr - und das in den Ferien! Aber es wartete eine grosse Tour auf uns. Als erstes gab es eine kurze Abfahrt zu bewältigen. Während sich die Gruppe 1 eine gemütlichere Variante aussuchte, versuchte sich die Gruppe 2 im steileren, buschigeren und schneeloseren Gelände zurechtzufinden. Doch darauf folgte der gemütlichste Teil der Tour: Gemächlich ging es auf den Fuorcla Lawiner (Name?!). Von diesem Pass ging es nun auf den Piz Jenatsch (nähere Details bitte bei den anderen erfragen, da Soft-Schuhe nicht steigeisentauglich sind). Vom Pass aus wurden wir mit einer wunderbaren, saugeilen Abfahrt belohnt. Nach dieser ging es obschi, obschi, steil obschi, ... Quälende Hitze und quälender Schnee (gäll Tscheggi?!). Zitat eines Teilnehmers: " Wettigi hüera Tubla, in sottigi Häng ga ischtigu!" Nach einigen verschwitzten Kalorien kamen wir zum Piz d'Err, den wir auf den letzten Metern zu Fuss bestiegen. Danach folgte eine edle Abfahrt im Sulz ("Wieso hend das d'Schgiifahrer nid gäru??!¬").
Abschied auf GRAU-bündnerart.
26.4.2003 Christian Grütter
Wie schon anfangs Woche von Meteo angekündet wurde, war heute zwischen uns und Sonne ein grauer Vorhang gezogen. Trotzdem können wir uns nicht beklagen, da das Wetter und die Schneeverhältnisse für diese Jahreszeit auf 2600 m.ü.M. perfekt waren. Bis auf den ersten Tag war jeder Hang den wir hinab fuhren mit Pulver oder einer dünnen Sulzschicht überzogen. In diesem Bericht möchte ich auch dem Jenatschhütten-Team ein Kompliment aussprechen. Die Kost war einfach, saisongerecht und sehr gut, bravo. Nun berichte ich über den letzten Tag. Heute war um 6.30 Uhr Tagwacht, dass wir anschliessend z'Morgen gegessen haben, möchte ich hier nicht mehr erwähnen. Als wir vor die Hütte traten, begrüsste uns ein etwas kühler Luftzug, den wir erst wieder im Pass zu spüren bekamen. Kaum waren wir einige Meter von der Hütte hinunter gelaufen, blieb Fabian beim Abwärtsgleiten mit Fellen in einem faulen Schneefleck stecken geblieben. Da die Bindung hinten offen war, machte sich die Physik bemerkbar (Hebelwirkung, Gravitationskraft, kinetische Energie u.ä.). Auf deutsch gesagt: Er fiel wie ein Kantholz Kopf voran in den Schnee (wäätigs Biild). Wir liefen nun gemütlich in den Fuorcla d'Agnel (2983 m.ü.M.). Oben angekommen demontierten wir die Felle und fuhren durch das Val d'Agnel hinaus. Oben im Pass war der Schnee hart, im Tal sulzig und unten unberechenbar. Gruppe Charly stieg unterwegs noch einmal einen Hang hoch. Wir Leiter haben unser Ziel erreicht, jeder kam heil (ein paar kleine Blessuren, Nebenwirkungen und Müdigkeitserscheinungen ausgeschlossen) in La Vaduta (Julierpass) an. Wir warteten dort ca. 1 - 2 Stunden auf das Postauto, das uns nach Tiefencastel bringen sollte. Bei der Rückfahrt ins Wallis mussten wir nur 3 mal (ich 4 mal) umsteigen. Es ist schade, dass so eine Tourenwoche schon wieder der Vergangenheit angehört. Ein kleiner Trost bleibt, es vergehen nur noch 351 Tage bis zur nächsten Ostertourenwoche. |