JO Herbstklettern Tessin (2002)
Teilnehmer: Daniel Eugster, Sonja Imboden, Daniel Anthenien, Denise Bayard, Ivo Bayard, Fabian Schnyder, Valentin Biffiger, Millius Benedikt und Werlen Sebastian. Leiter: Beni Tscherrig (Bergführer), Cornelius Biffiger, Eliane Stehlin, Reto Andenmatten, Christian Grütter.
Sa 12. Okt. Im sonnigen Tessin lebt's sich gemütlicher!
(Daniel Eugster) Um 8.00 Uhr trafen wir uns in Visp bei der Post für die diesjährige Kletterwoche. Unsere Fahrt ins Tessin führte über den Simplonpass ins kurvenreiche Centovalli und schlussendlich nach Bellinzona. Im Centovalli vertrug Sonja die Kurven nicht extrem gut. Daher musste Reto langsamer fahren. Den restlichen Vormittag kletterten wir in San Vittore. Reto und Cornelius hatten übrigens das Gebiet ohne sich zu verfahren erreicht. Doch Eliane war mit Verspätung eingetroffen. Dieses Gebiet hatte keine schwierigen Routen - gut um den Tessinerfels kennen zu lernen. Am Nachmittag kletterten wir im Klettergarten Ai Tec. Diese Routen waren schon etwas anspruchsvoller. Am späten Nachmittag suchten wir die Jugendherberge Montebello. Doch bis Reto und sein Copilot Beni die Herberge fanden, fuhren wir kreuz und quer durch die Stadt. Nachdem wir uns einquartiert hatten, erkundeten manche die Umgebung der Herberge. Sie liegt unterhalb eines wunderbaren Burg. Um 19.00 Uhr war Nachtessen. Es gab Risotto. Nach dem Nachtessen machten die meisten einen Bummel durch die Stadt. Um 22.00 Uhr waren alle in ihren Betten, genau wie es Reto verlangt hatte. So 13. Okt. Gorduno
(Sonja Imboden) 8.00 Uhr! Aufstehen! So unsanft wurden wir von Reto geweckt. Wir standen auf und packten unsere Rucksäcke. Anschliessend genossen wir das feine Frühstücksbuffet. Um 9.00 Uhr fuhren wir nach Gorduno los. Dort wollten wir heute klettern. Die Fahrt war sehr amüsant. Jeder der drei Chauffeure meinte zu wissen, wo man fahren müsse. So kam es, dass wir bei einem Kreisel noch eine Ehrenrunde drehten oder 90°-Kurven fahren mussten. Sehr gut fand ich von Beni den Spruch: "Ja, ja, Reto fahr nur weiter, die Richtung stimmt". Also fuhren wir nach Benis Angaben weiter. Nachdem wir ca. zwei Stunden vor dem Ziel waren, beschlossen unsere Leiter umzukehren. Wahrscheinlich wollten Sie eine Dorfrundfahrt machen. Jedenfalls chauffierte Reto uns durch die Strassen des Dorfes. Voller Freude unser Ziel endlich gefunden zu haben, stiegen wir dann bei einem Reservoir aus. Wir suchten überall den Felsen. Nach 10 Minuten ergebnisloser Suche kehrten wir zu den Autos zurück. Dort trafen wir andere Kletterer, die uns dann den Weg zu unserem Ziel erklärten. Schlussendlich fanden wir dann unser Ziel doch noch. Doch Beni war sich immer noch sicher, dass die Richtung gestimmt hatte. Wir kletterten die schönen Routen und freuten uns auf die bevorstehende Rückfahrt. Gegen 17.00 Uhr trafen wir dann in der Jugendherberge ein. Nach dem feinen Abendessen gingen wir "Jungen" noch in den "Ausgang" zum Durstlöschen. Die "Alten" haben wahrscheinlich den Weg für Morgen gesucht. Mo 14. Okt. Quergang
(Daniel Anthenien) Um 6.45 Uhr standen wir auf. Es war ein bisschen schwierig zum Aufstehen. Denn wir mussten eine Stunde früher aufstehen. Zum Frühstück gab es wieder eine ganze Palette von Frühstücksflocken und Milch, Kaffee, Käse und Aufschnitt. Um 7.40 Uhr kam unser treuer Spielkamerad Goldi der Goldfisch ums Leben bei einem atemberaubenden Stand geführt von Schnyder Fabian. Um 7.45 Uhr starteten wir zu der Route (Via del Veterano) mit 23 Seillängen. Aber weil sich Reto wie immer verfuhr, dauerte es mal wieder länger. Dann mussten wir noch 20 Minuten laufen bis zum Einstieg. Wir nahmen ein Seil zuviel mit und liessen es deshalb in einem Versteck beim Einstieg. Weil es stark bewölkt war, hatten wir Angst, dass es zu regnen beginnen würde. Doch das Gewitter liess auf sich warten. So gegen Schluss gingen manchem die Kräfte aus, aber wir schafften es dennoch. Da Grütter uns mit seinem "GPS" vorging, wurde der Abstieg sehr makaber. Zum Abendessen gab es Salat mit Pommes und Plätzli. Reto liess uns leider nur bis 22.45 Uhr in den Ausgang gehen. Di 15. Okt. Emal nid verfahre; ämel fasch!!
(Denise Bayard) "Üfstah, äs isch achti!", mit diesem Satz weckte uns heute Grütter. Wie jeden Tag gingen wir auf den ersten Stock zum z'Morge zu essen. (Einige mussten noch Sandwich für andere und sich streichen, Sonja und Benedikt, wissen wovon ich spreche). Dann fuhren wir gemütlich Richtung Ponte Brolla. Autoparkieren, Seil fassen, und schon waren wir alle in den Routen. Benedikt und Valy waren wieder einmal zu faul so weit (weit ist relativ) zu laufen. Sie richteten ihren Standort schon nach 23/39 der Strecke ein. In den wunderschönen Mehrseilrouten gab es einige Zusammentreffen mit anderen Klettern - u.a. Deutschen, Tessiner und einem KiBe. Die Routen waren aus meiner Sicht abwechslungsreich, was auch bedeutet, dass ein paar Stellen recht glatt/plattig waren. Am frühen Nachmittag wechselten wir das Klettergebiet (exklusiv Valy und Beni). Wir besuchten unsere 2 Aussenseiter. Warum??? Sie hatten ein Feuer entfacht und Marroni (selber gesucht) geröstet. Mhhhh, wenn ihr wüsstet, wie fein die waren, noch viel besser als die vom "Chaud, chaud, des marones" aus Brig. Beni (Bergführer Beni) richtete ein paar Routen ein, welche andere (.....) dann im Nachstieg versuchten. Er schickte uns, d.h. Daniel Eugster, Fabi, Sonja und mich in die "Am Anfang war das Feuer"-Routen. Ich weiss ja nicht wie die auf den Namen kamen, aber "Achtung Rutschgefahr" oder "Wassereis" wäre in meinen (und sicher auch in Sonjas, Fabis und Daniels) Augen passender. Nach diesen ganzen (und auch halben) Anstrengungen fuhren wir via "Autostrada" in unsere luxuriöse Jugendherberge. Diese Fahrt war etwas unangenehmer als die anderen. Denn Cornelius und sein Auto waren nicht mehr da, was den Platz im Auto pro Person verringerte. Cornelius und Eugster hatten und leider schon am späten Nachmittag verlassen. Gerade fertig mit diesem Bericht, mache ich mich jetzt für den Ausgang bereit (Yeah, wir dürfen bis Mitternacht). Wir werden wahrscheinlich unseren letzten Abend bei der schönen Burg verbringen. Geisterstunde auf Monte Bello
(Christian Grütter) Endlich waren wir Leiter das Gespenstergeheule unserer "aucheinmalälterwerdenden" Teilnehmer los, da Fw Reto das Umherspuken bis 24.00 Uhr gestattet hatte. Nach dem Nachtessen zogen einige sofort in Richtung Schloss. Beni und wir Leiter liessen uns zuerst noch ein wenig Zeit, bevor wir auch in dieselbe Richtung aufbrachen. Berichten zufolge mussten diese Schlösser magische Anziehungskräfte besitzen. Ich meldete mich freiwillig, Beni, Eliane und Reto durch das Hindernislabyrinth zu führen. Nach ca. 200 Treppentritten, 500m Marsch, einer 1.50 m Mauerüberquerung und einer Zauntraversierung standen wir im Schloss hinter der 1. Mauer. Beni schlug vor, auf die Mauer zu gehen. Kaum waren wir im ersten Wärterturm als die ersten Gespenster auftauchten, nämlich Sonja, Denise und Benedikt. Sofort gingen wir in Deckung und beschlossen ihnen zu folgen. Die Verfolgung dauerte nicht lange, da wir anstatt zwischen den Mauern durch den Graben liefen, wählten wir das Burginnere. Dort hörten wir Schritte auf uns zukommen und versteckten uns in einer Nische im Torturm. Als die Schritte vorbei waren, schlich Beni durchs Tor und löste damit den Bewegungslichtschalter aus. Wieder waren Schritte zu hören Wir alle versteckten uns erneut im Torturm in der Nische. Diesmal entdeckte uns das Schlossfräulein endgültig, da wir nur schwer das Lachen unterdrücken konnten. Dank Elianes Italienischkenntnissen blieb uns eine grössere Blamage erspart. Das Burgfräulein, das im Pyjama war, führte uns nun durch das Schloss zu einem weiteren Tor, von wo aus wir zwischen die erste und zweite Mauer gelangten. Als unsere Gespenster merkten, dass sie entdeckt waren, hörten wir wie die "Ketten" rasselten. Somit endete der heimliche Spuk auf Monte Bello. Mi 16. Okt. Schon wieder verfahren!
(James Antonym) Der Job als Tourenleiter bei der JO Visp ist ziemlich hart und streng. Der Beweis liegt in folgender Tatsache, dass ich heute die Schlussinspektion "Zeltabbruch" und das verfassen dieses Textes erledigen muss. Ja nu, dies ist aber verhältnismässig wenig, wenn man bedenkt, dass es für andere Tourenleiter schwer ist den richtigen Weg zu finden: Wir fuhren dem Regen statt der Sonne entgegen! Das schon eine grosse Klettermüdigkeit herrschte, war daran zu erkennen, das der Grossteil der Gruppe am Servela braten war. Mit wenigen Ausnahmen kletterten nur wir Leiter. Als es zu Regnen anfing brachen auch wir die Übung ab und fuhren in die Grotto "Mama mia", in welcher es für uns Risotto gab. Eigentlich wollten wir heute an der Pinocio-Platte klettern, da am Morgen die Umgebung feucht war, zogen wir den Ort vom Vortag vor. Um ca 1 Uhr stiegen wir in die Autos um das Tessin zu verlassen. In Locarno setzten wir Denise und Ivo in den Zug, da wir Platzprobleme in den Autos hatten. Beni fing wieder mit der Diskusion über Limes und Limonen an, da er im Bahnhofareal einen Laden mit diesen Früchten gefunden hatte, d.h. er konnte Eliane beweisen, dass er recht hatte und nun von ihr eine Pizza zugute hatte. Als wir über den Simplon ins Wallis gelangten, wurden wir vom wunderbaren Walliser Wetter empfangen. Somit gehört auch diese wunderbare Tourenwoche der "Histoire" an.
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