Gemeinde Visp

SAC Ortsgruppe Visp
Sektion Monte Rosa

Schweizer Alpen-Club SAC

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Friedhelm. 30. Juli 2002
Dok. Id. 6

Sommertourenwoche Jungfraujoch - Blatten, Lötschen

Zusammenfassung: Tourenbericht über die Sommertourenwoche der Jugendorganisation vom 22.-27. Juli 2002. Fahrt mit der Bahn auf das Jungfraujoch, Besteigung des Mönch und Ankunft in der Mönchsjochhütte. Besteigung der Jungfrau, Besichtigung des Jungfraujochs und eine weitere Nacht in der Mönchsjochhütte. Überschreitung des Grossen Fiescherhorns via dem Walkergrat, Ankunft in der Finsteraarhornhütte und Ausbildung in Erster Hilfe. Besteigung des Finsteraarhorns und Wechsel zur Konkordiahütte. Wechsel zur Hollandiahütte mit anschliessender Ausbildung in Spaltenrettung und Kartenkunde. Abstieg zur Fafleralp und Rückkehr in die Zivilisation.

 

Teilnehmer: Alexander Locher, Benedikt Millius, Charly Kalbermatter (Bergführer), Christian Grütter (Leiter 1), Daniel Anthenien, Daniela Biaggi, Denise Bayard, Fabian Schnyder, Friedhelm Altpeter (Leiter 2), Gaby Jäger, Marco Andenmatten (JO-Chef), Nicolas Indermitte, Reto Andenmatten (Leiter 1), Sebastian Werlen.

22.7.2002 Daniela : Motto "Tunnel"

Fahrt mit der Bahn auf das Jungfraujoch, Besteigung des Mönch und Ankunft in der Mönchsjochhütte.

Friedhelm meint, der heutige Tag sollte unter dem Leitgedanken "Tunnel" stehen. Ich hab zwar keine Ahnung wie ich da was über Berge schreiben soll, aber egal, vielleicht geht's ja. Tunnel sind ja auch wirklich sehr symbolisch ... oder so ... Also der Tag begann, wie könnt es anders sein, mit einem Tunnel! Jawohl, mit einem Röhrenblick durch meine Augen, die ich kaum von der tollen Idee überzeugen konnte sich zu öffnen. Am Ende von diesem Tunnel gab's noch kein Licht, da morgens um 3h30 normal keine Sonne scheint. Marco kam übrigens auf die prima Idee, so früh aufzustehen. Denise und Benedikt allerdings waren da anderer Meinung und schliefen noch gemütlich bis 4h20 aus. Weil sie so ausgeruht waren, bewältigten sie die Stresssituation auch bravourös als wir sie aus den Federn holten. Danach trafen wir wieder auf einen Tunnel. Denn weil es ja in Tunnels bekanntlich recht finster ist, kann man mit Recht behaupten, dass die stockdunkle Nacht so ne Art Tunnel war, durch den uns Daniels Vater mit bis zu über <<<ZENSUR>>> km/h an sein Ende, dem Bahnhof Brig beförderte. Da gab's dann das erste kleine Licht am Ende des Tunnels, nämlich das Lämpchen über meinem Kopf als mir einfiel, dass ich meine Sonnenbrille vergessen hatte. Da die meisten die Zugstrecke Brig - Goppenstein - Spiez kennen, gehe ich nicht weiter darauf ein. Es soll nur erwähnt werden, dass sie viele Tunnels hat! Ein weiterer Tunnel (man glaubt es kaum) führte uns auf das Jungfraujoch. Von dort aus ging's dann auch gleich weiter Richtung Mönch, der uns mit strahlendem Sonnenschein und einem scharfen Windchen empfing. Und jetzt weiss ich wirklich nicht wie ich hier eine Verbindung zu einem Tunnel finden soll, ausser vielleicht das berühmte Licht am Ende des Tunnels, den Gipfel des Mönch!

23.7.2002 Benedikt: Motto "Firn"

Besteigung der Jungfrau, Besichtigung des Jungfraujochs und eine weitere Nacht in der Mönchsjochhütte.

An diesem Tag bestieg ich zum ersten Mal eine Jungfrau; nicht eine, sondern die Jungfrau. Um 5h in der Früh standen wir auf und genossen das Frühstück. Schon bald standen wir am Fusse der Jungfrau. Wir seilten uns an und schnallten unsere Grampini (Steigeisen) auf, denn der Aufstieg ist sehr ausgesetzt. Schon bald überholten wir die ersten Touristen, als würde es gelten als erste die Jungfrau zu besteigen. Nach der hälfte der Strecke gab es eine Pause. Es führte dort ein relativ unbeschwerlicher Weg hinauf, so dass unser Zeitplan nicht eingehalten wurde. Kurz unter dem Gipfel kam Wind auf und dann kamen auch schon die Grünen (Unteroffiziersanwärter aus Andermatt), die eine halbe Stunde vor uns gestartet waren. Sie verabschiedeten sich alle von Grütter. Zu oberst auf dem Gipfel hatte es noch von Weihnachten einen Tannenbaum. Beim Abstieg war der harte Firnschnee vom Aufstieg weich geworden. Nach einer Pause auf dem Jungfraujoch marschierten wir auf die Hütte. Im Moment sind wir auf der Hütte und schlafen, trinken oder schauen Dr Niklaus beim Kissentheater zu. Sein Kissen, dass noch 3 Tage zu leben hat, ist soeben von der Feuerwehr gerettet worden.

24.7.2002 frei nach Fabian: Motto "Seil"

Überschreitung des Grossen Fiescherhorns via dem Walkergrat, Ankunft in der Finsteraarhornhütte und Ausbildung in Erster Hilfe.

Um 4h ist Tagwacht: wir sind noch alle sehr müde. Nach dem Frühstück sind wir aber wieder fit. Zunächst geht es etwa 5 Min. unter die Mönchsjochhütte auf den Gletscher, wo wir uns anseilen. Wir laufen gemütlich das Ewigschneefäld hinunter, bis dort wo ein erster Steilhang zu nehmen ist. Nach einer kurzen Rast ziehen wir noch die Steigeisen an. Anschliessend geht es steil bergauf, wir brauchen den Pickel, und der voll gepackte Rucksack wird langsam schwerer und schwerer. Noch eine kleine Steigung und wir sind auf der Gletscherebene und laufen in Richtung eines Eisabbruchs. Dort angelangt müssen wir uns etwas länger Anseilen, denn man kann ja nicht wissen ob etwas abbricht. Jetzt beginnt der strengere Teil unserer Tour. Kurz vor dem Grat gibt's noch eine kurze Pause, und wir seilen uns ganz kurz an. Nun kommen wir an einen Aufschwung wo wir einen Blick in die Tiefe werfen. Unser Führer Charly hält uns auf dem scharfen Grat am ganz kurzen Seil. Es bleiben noch 20 Meter bis auf den Vorgipfel. Charly klettert nun voraus. Unter dem Pulverschnee ist hartes Eis, so dass das Eindrehen der Eisschraube schwierig ist. Oben angekommen ruft er uns zu, dass wir kommen sollen. Obwohl die Tritte schon gehackt sind, haben wir grosse Mühe einen guten Stand zu finden, aber wie immer gelingt es Daniel und mir oben anzukommen. Nach 50 Metern haben wir den Hauptgipfel erreicht und gratulieren uns gegenseitig, sowie den anderen Seilschaften, die uns folgten. Anschliessend klettern wir mit den Steigeisen den Grat hinunter in den Windschatten, wo es eine grosse Pause gibt um auf die Nachzügler zu warten. Am 10 Meter langen Seil marschieren wir anschliessend über den Fieschergletscher hinab. Unterwegs gibt es noch eine Seraczone zu durchqueren und bald sind wir auf der Finsteraarhornhütte. Am Nachmittag erzählen uns Grütter und Daniela was wir über Erste Hilfe wissen sollten.

25.7.2002 Alexander: Motto "Buchwechsel verstabeln9"

Besteigung des Finsteraarhorns und Wechsel zur Konkordiahütte.

Heute morgen um 4h früh wurden wir brutal geweckt (was für eine Frechheit). Nachdem wir das Stückfrüh1 verzehrt hatten, schätzten wir die Chancen ein, den Croissant2 zu erreichen. Eine Stalbehunde 3 später starteten wir die Tour. Unsere Gruppe wanderte über Steröll und Geine4 bis zum Gletscher, wo wir uns anseilten. Rund 2h später erreichen wir den Sugihattel 5. Dort machten wir eine pleine Kause 6. Kurz-lang angeseilt machten wir einen geraden Bogen um den steinernen Schneegrat zu gelangen. Nach einem sechsunddreissigstel Tag hatten wir das Hinsteraarforn 7 erreicht. Dann stiegen wir ab auf das Prühstückflätzchen 8. Dann ging es hinunter zur Hütte. Dort ruhten wir uns aus. Dann ging es weiter zur Konkordiahütte. Doch bevor wir dort ankamen, mussten wir noch Wurzel aus 178929 Stegentritte hochsteigen.
Lösungen: 1Frühstück, 2Gipfel, 3halbe Stunde, 4Geröll und Steine, 5 Hugisstattel, 6Pause, 7Finsteraarhorn, 8 Frühstücksplätzchen, 9Buchstaben verwechseln.

26.7.2002 Nicolas: Motto "Sonnenschein"

Wechsel zur Hollandiahütte mit anschliessender Ausbildung in Spaltenrettung und Kartenkunde.

Sonnenschein, genau das passt zu unserem Tag; es hatte nämlich keinen. Jedenfalls um 6h morgens nicht. Nachdem manche 10 Stunden geschnarcht, ausgeschlagen, hinuntergestossen, gesprochen, oder ein paar wenige auch geschlafen haben, standen wir auf und verliessen unsere Jungfrau (Name des Schlafraums) mehr oder weniger sauber. Auf das Frühstück folgte die Besprechung der verzweifelten Lage. Keiner wusste wie das Wetter werden sollte: wännt nit genau weischt, chascht nit genau sägu! Schlussendlich nahmen wir den Hüttenweg zur Hollandia (Sektion Amsterdam) in Angriff. Gruppe Selbstmord ging wie immer voraus (chats gits). Damit meinen wir Charly, Fabi, und Dani, die aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden dürfen. Zum Glück hatten wir Charly den Wolkenbrecher dabei, denn wie gestern war rundherum alles bewölkt und über uns schön (Merci Charly, Du lernst halt auch noch dazu). Nach 17 neun achtel Kurven kamen wir auf der Hütte an (auch wenn Alexander, Marco, Reto, Charly, usw. mit einem Fuss baden gingen). Auf der Hütte erwartete uns ein Kurs wie man Decken zusammenlegt und anschliessend offerierte man uns einen feinen Zimttee. Dann kam noch eine Gruppe aus Lötschen, die aber etwas später wieder ging. Nach diversen Spielen konnten wir uns zwischen einer kalten windigen Flaschenzugübung und einer gemütlichen warmen wenig praktische Kartenkunde entscheiden. Nach weiteren Spielen und Asterix-Heftchen kamen dann auch die Flaschenzügler von ihrem Ausflug zurück. Wenig später nahmen wir das fabelhafte Abendessen zu uns. Anschliessend genossen wir den Abend und gingen gegen 10h ins Bett. Motto des Tages: Ä güätä Gschäftsma isch ä ungüätä Mänsch! Tele-Tipp: Winnetou III À propos Winnetou:

Mein bester Freund,
das ist nicht irgendwer,
mein bester Freund,
das bist nicht etwa Du,
mein bester Freund,
ist immer auf der Hut,
mein bester Freund ist Winnetou;
denn er kämpft immer gegen das Unrecht in der Welt ... (gesungen)

27.7.2002 Gabriela: Motto "Gletscherspalten"

Abstieg zur Fafleralp und Rückkehr in die Zivilisation.

Na ja, ausgerechnet jetzt wo wir so toll verköstigt wurden, müssen wir nach Hause. Oder was meint ihr zwei, Daniela und Denise, dazu?!? Plötzlich ging es an diesem frühen Vormittag rasant zu und her. Jeder wollte der erste sein. Wer schlussendlich der erste war - keine Ahnung. Nur Charly hatte das Gefühl wir würden alle unter einem enormen Stalldrang leiden und er könne bzw. wollte nicht mithalten. Bald einmal ging es dann auf die grosse Reise hinunter ins Tal. Damit unsere Reise nicht zu früh zu Ende war, wurde ein Hindernisparcours eingebaut. Nicht etwa irgend einer, sondern ein ganz spezieller. Das Gelände wurde Gletscher genannt und die Hindernisse Gletscherspalten. Nun galt es diese zu umgehen und zu überqueren. Das ganz spezielle an diesem Parcours waren die Spalten. Um die Schwierigkeit zu dämpfen und eine grössere Sicherheit zu gewähren, konnte der Parcours in 3er und 4er Gruppen absolviert werden. Nach ca. der Hälfte durfte ein weiteres "Gerät" zur Hilfe genommen werden. Die Steigeisen. Von da an ging es dann so richtig los. Einmal die Spalten links umgehen, dann rechts, wieder rechts, gerade aus überqueren und ho-hopp darüber springen und noch einmal springen. Aber bitte während dem Sprung nicht am Seil ziehen, sonst lande ich mit der Nase mitten in der Spalte!! Und geschafft! Nach einem solchen Hindernisparcours hatten wir schliesslich eine Pause auf der Ahnenhütte verdient. Als wir wieder festen Boden unter unseren Füssen hatten, verspührte auch Charly plötzlich einen gewissen Stalldrang. Ich glaube sogar einen enormen Drang, denn ich wusste gar nicht, dass man mit so kurzen Beinen so schnell laufen kann. Aber man sagt ja "nitschi hälfund alli Heiligu". Nur bei den "Grösseren" hat es dies mal nicht ganz geklappt. Auf der Fafleralp konnten wir noch einmal die Lötschentaler Umgebung und die warmen Sonnenstrahlen geniessen, bevor es dann nach Goppenstein weiter ging. Dort trennte sich dann die Spreu vom Weizen und fuhr dann in Richtung Brig bzw. Steg. Wer jetzt wohl die Spreu ist und wer der Weizen??